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Dienstag, 12. April 2011

Ein Besuch im Museum...

Nach einer Kurzschluss-Entscheidung wurde am Samstag die örtliche Gallery of Modern Arts von uns gestürmt. Wer mich kennt, weiß wie sehr ich normalerweise mein Gesicht vor Abscheu verziehe, wenn ich nur an moderne "Kunst" denken muss. Da bietet sich mir ein inneres Bild des Grauens angefangen von sinnlosen Farbkleksen, die auch mit höchster Anstrengung der Fantasie nicht den Eiffelturm erkennen lassen, bis hin zu Installationen aus Restmüll, die (jaja so innovativ) auf die Wegwerfgesellschaft aufmerksam machen sollen, in der wir leben. Kurz gesagt: Ich mag keine moderne Kunst. Der aufmerksame Leser wird sich an dieser Stelle sicherlich fragen: Warum geht die dann bitte überhaupt in eine Modern Arts Gallery? Ja, lieber Leser, das habe ich mich bei betreten des Gebäudes dann auch gefragt, konnte mich aber nur auf das ausgeprägte menschliche Herdenverhalten hinausreden.

Anyway... Das Ganze war überraschender Weise der volle Erfolg! Das könnte natürlich auch daran liegen, dass die australischen Museen generell sehr an Kinder angepasst sind und daher jede Menge Unterhaltung bieten (und darüberhinaus auch kostenlos sind! Ja, liebe Betreiber der Kartenverkaufsstelle an der Westminster Abbey: ES GEHT AUCH UNTER 16 PFUND IHR HALSABSCHNEIDER!!! und das für eine Kirche... pffff). Im Eingangsbereich befinden sich jedenfalls zwei große Metall-Rutschen, die was-weiß-ich für eine Kunst darstellen sollen. Daneben findet man den Lego-Baustellen-Bereich, in dem mehr Erwachsene (!) als Kinder eifrig an der Nachahmung berühmter Bauwerke arbeiten. Dazwischen hängen immer wieder interessante Bilder und andere Ausstellungsstücke.

Jedenfalls bietet das Museum eine Vielzahl interessanter Dinge zu besichtigen und einen eigenwilligen Mix aus Kunst und Erlebnis. Da gäbe es zum Beispiel den Nachbau eines Swimmingpools den man von oben und unten besichtigen kann. Oder den Elefanten, der irgendwie sehr traurig mitten im Gang herumliegt. Ich hoffe immer noch, dass der nur geschlafen hat. :( Auch interessant war die Alien Embassy mit dem Einreise-Fragebogen (Ich wäre selbstverständlich aufgrund meiner Antworten einreisebefähigt gewesen... irgendwie bedenklich, wenn man es genau betrachtet). Mein Favourit war jedoch die Installation eines Künstlers aus haufenweise Drahtkleiderbügel in dem Vogelhäuser etc. aufgehängt waren und in dem echte lebende Vögel herumgeflogen sind. Die wohnen da. Naja, zumindest solange bis der erste Greenpeace-Aktivist die Ausstellung besucht. ;) Leider hat man da keine Fotos machen dürfen. Sonst hätte es wahrscheinlich die Piepmatze direkt vom Kleiderbügel gehaut bei dem Blitzlichtgewitter (man erinnere sich an die zahlreichen asiatischen Besucher. Die sind überall!). Wie dem auch sei... es war auf alle Fälle ein gelungener Ausflug und ich muss wohl meine Basis-Einstellung zu moderner Kunst noch mal überdenken. Man lernt nie aus!