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Sonntag, 8. Mai 2011

The "survivalcamp" at Stradbroke Island

Erst einmal muss gesagt sein, dass ich an dieser Stelle und im Laufe des Berichts kein Mitleid von einem der Leser erwarte, da ich mich selbst, mit offenen Augen und vollständig informiert, auf dieses Abenteuer eingelassen habe. ;)





Am Freitag Nachmittag haben wir uns alle, noch gänzlich relaxt, auf der Uni zur Abfahrt nach Stradbroke Island versammelt. Nachdem einige logistische Schwierigkeiten geklärt waren (zu wenige Autos für zu viele Leute + Gepäck), konnten wir uns unbeschwert auf den Weg machen. Einige Leute hatten wohl die Absicht, sich häuslich auf der Insel niederzulassen und zu dem Zweck gleich mal den ganzen Hausstand eingepackt (Bevor hier falsche Vermutungen aufkommen: Ich habe zum Glück gar nicht so viel Zeug!). Die Fährenfahrt war wie immer angenehm, wenn auch ein bisschen kalt, aber mit wunderbarer view auf den Sonnenuntergang. Dafür war es dann aber auch stockfinster, als wir endlich ca. gegen 6 Uhr den Campingplatz erreicht haben. 

Zelt aufbauen im Dunklen ist ein Spaß! "Kann mal jemand eine Lampe bringen?", "Was? Wir haben nur eine?", "Ist das ein Teil von meinem Zelt oder von deinem?", "Verdammt, ich habe die Haken ausgestreut!" Solche und ähnliche Konversationen fanden zu diesem Zeitpunkt in völliger Dunkelheit dort statt (Das Bild links zeigt die nicht weniger stümperhaften Abbauversuche am Sonntag). Nachdem wir es mysteriöser Weise aber doch geschafft haben die Zelte einigermaßen stabil aufzubauen, kam schon der erste Ruf unserers *hust* Peinigers *hust* und wir begaben uns folgsam wie die Lämmchen zum Strand. Ein Strand bei Nacht unter Sternenhimmel ist nur halb so romantisch, wenn man gerade im Eiltempo durch die Gegend gehetzt wird. Ein paar push-ups da, ein paar sit-ups hier und dazwischen ein bisschen Herumgerenne. Wer wird denn da gleich müde werden? Und dann noch ein paar Techniken, die aufgrund mangelnder Sicht, nur verbal angeordnet werden können. Man kann sich das Chaos vorstellen. Zum Schluss sind jedenfalls alle halbtod im Sand gelegen und haben nach Atem gerungen. Und dann ging das Training los.

Nach einer "erholsamen" Nacht im Zelt bei eisigen Temperaturen (Jeder der mich kennt, weiß, dass ich  immer halberfroren bin, wenn es nicht wenigstens 25 Grad im Zimmer hat als optimale Schlaftemperatur.) und nachdem ich in der Nacht alle 10 Minuten aufgewacht bin, war ich dann in der Früh komplett zerschlagen. Aber da gibt es keine Gnade. Um 6 Uhr wird zum Apell geblasen und dann geht auch schon die erste Trainingseinheit des Tages los. Und wieder Laufen, Laufen, Laufen, Techniken, Krafttraining, Sparring (= Freikampf), Sterben. Stattgefunden hat das Training aber in wunderschöner Umgebung am Strand bei Sonnenaufgang. Leider war nicht der Sonnenaufgang "atemberaubend", sondern eher die 50 knee-ups. Um das ganze Elend zu verkürzen: Der Tagesplan am Samstag lautete folgendermaßen:

1. 06:00-08:00 1. Einheit
2. 08:00-09:30 Frühstück
3. 09:30-11:30 2. Einheit
4. 11:30-13:30 Mittagspause
5. 13:30-15:30 3. Einheit
6. 16:00-18:00 4. Einheit

Also kurz gesagt: Training von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, im wahrsten Sinne des Wortes. Am Abend ging es dann noch nach dem "lockeren" Tag in ein nahegelegenes Pub zum Abendessen. Nach einem Bier hat man sicher jedenfalls wieder fast wie ein Mensch gefühlt. Die zweite Nacht habe ich dann jedenfalls, trotz Kälte und komischen Geräuschen unbekannten Ursprungs, im komatösen Zustand verbracht. Trotzdem war ich unerklärlicherweise am Sonntag morgen um 6 Uhr nicht wirklich fit und ausgeschlafen. Zum Glück waren es ja nur zwei "entspannte" Einheiten bis zu Mittag, die ich doch irgendwie durchgestanden habe.

Obwohl ich zeitenweise das Gefühl hatte, eigentlich schon bewusstlos zu sein und nur mein Unterbewusstsein hat weitertrainiert, war das Ganze wirklich ein Erlebnis. Abgesehen von der ganzen Plagerei, waren die Leute alle wirklich gut drauf und die Zeit ist extrem schnell vergangen. Leider muss ich sagen, dass mein Selbstbewusstsein ein bisschen angeknackst ist, nachdem ich gesehen habe, wie fit die Australier sind. Da kann ich wohl komplett einpacken. Während die locker flockig in der Gegend herumrennen, bin ich wie ein hundert Jahre alter Köter mit hängender Zunge hinterhergezockelt. Naja, dafür war ich dann beim Biertrinken ganz vorn dabei (man kann leicht zu trauriger Berühmtheit gelangen ;). Es hat wirklich viel Spaß gemacht und meine Club-Genossen sind alle sehr nett. Trotzdem reicht mir ein Trainingslager im "Aussie-Stil". Nächstes Jahr bin ich wieder mit dem Heimatverein in Porec vertreten und da heißts wieder "Vuulgaas geben"! XD


Montag, 2. Mai 2011

Once upon a time in Sydney...

Zusammenfassung meines Sydney Wochenendes: geil! Für alle, die es lieber etwas ausführlicher haben: Bitte, ihr habt es so gewollt:

Meine Reise hat am Donnerstag zeitig in der Früh um 5:30 begonnen. Da ich bekanntlicherweise ein echter Morgenmensch bin, frage ich mich, wie ich es in meiner zombie-artigen Auffassungsgabe überhaupt zum Flughafen geschafft habe. Aber irgendwie ist es mir dann doch gelungen. Nach einem kurzen Flug von nur einer Stunde (ist mir eher wie eine Busfahrt vorgekommen, nachdem ich ja eher 24 h lange Flüge gewöhnt bin...) mit der örtlichen Billig-Airline Tiger Airways mit nur einenhalb Stunden Verspätung in Sydney gelandet. Aber nachdem ich ja "Pulkovo-Airline" Standard genießen durfte (Insider wissen wovon ich schreibe, für alle anderen: http://de.wikipedia.org/wiki/Pulkovo_Airlines ;), bin ich ja zufrieden überhaupt angekommen zu sein. Tiger-Airways hat es zwar geschafft zwei Sitzreihen mehr als alle anderen Fluglinien in den Airbus380 reinzukriegen, aber immerhin sind die zierlichen Singapuresinnen (?) locker im Mittelgang durchgekommen (im Vergleich zu den Pulkovo Stewardessen, die allesamt den Charme und die Statur einer UDSSR Hammerwerferin haben :-P). 

Sydney hat mich dann gleich mal gebührend mit einem Regenguss begrüßt, der eine Tsunami Warnung verdient hätte. Aufgrund meiner unglaublich intensiven Recherchen im Voraus, habe ich dann vor Ort erkannt, dass mein Hostel in Chinatown liegt. Der Eingang war eine ominöse Tür mit einer Glocke daneben und einer Treppe in den ersten Stock. Für alle Leser, die sich gleich was Blödes denken (Ja Marko, du bist gemeint! :-P): es hat jedenfalls keine rote Laterne davor gehangen. Ist mir zumindest nicht aufgefallen. Ich habe dann gleich mal ein bisschen das Zentrum von Sydney erkundet. Die "Hauptstraße" ist die George Street , daneben die Elisabeth Street, gefolgt von der Ann Street Kreuzung Edward Street bla bla bla (aufgrund der Straßenbezeichnungen kann man eine leichte Affinität der Sydneydianer zu den britischen Royals erkennen). Der Abend wurde dann stilvoll in einem Irish-Pub bei sehr günstigem (!) Bier beendet. Leider war die Life-Musik da nur halb so gut wie das Bier. Hätten sie wenigstens was Irisches gespielt, aber nein, es musste ja irgendso ein Ö3-Hits Unsinn sein. Hat nur noch gefehlt, dass der Robert Kratky den Nachtflug eingeleitet hat. ;) Naja, habe dann im "Komfort-Hostel" im Vierbettzimmer mit Rony und zwei Franzosen/innen eine mehr oder weniger erholsame Nacht verbracht.

Morgenstund schmeckt ungesund... oder so ähnlich. Jedenfalls hat der Freitag schon früh begonnen. Die erste positive Überraschung des Tages war das gratis Frühstück im Hostel. Gestärkt mit einem echten australischen Gourmet-Frühstück (= toast, peanutbutter, jelly, cereals, instant coffee) konnte ich dann den Tag in Angriff nehmen. Mein erster Weg hat mich zum "Paddy's Market" geführt, der gleich neben dem Hostel ist. Dort findet man meine nette Auswahl an Obst und Gemüse sowie diverse Standln mtit garantiert echter Markenkleidung. Angefangen von D&G Shirts über Plüschkängurus bis hin zu Samurai-Schwertern war da wirklich alles zu finden. Meine Aufmerksamkeit hat aber der örtliche "Chinesen-Supermarkt" erregt. Dort habe ich mich auch gleich stilecht mit "Lunch" eingedeckt und mich auf den Weg zum Hyde Park gemacht (die Australier müssen auch wirklich alles klauen!). Die Beschreibung des unglaublich "tollen" Anzac-Memorials  im Hyde Park erspare ich der eifrigen Leserschaft an dieser Stelle. Vielleicht sollte die australische Regierung mal sowas wie: "Australia's next meaningful public holiday" veranstalten, bei dem bessere Feiertage gecastet werden. Naja, vielleicht habe ich auch einfach den Sinn nicht verstanden, den Tag der Invasion der australischen Truppen in Gallipoli (Türkei) im ersten Weltkrieg zu feiern. Zudem die da auch noch so richtig eins auf die Mütze bekommen haben. Irgendwie sind sie schon strange, die Australier. Ok, ich bitte die historische Ausschweife zu entschuldigen. Zurück zum Thema: Rosa Elefanten. Ach nein... Sydney. Zum Glück hat sich am Ende des Hyde Parks der Royal Botanic Garden befunden, der sich als wirklich sehenswert entpuppt hat.

Dort haben wir dann auch gleich im Rosengarten eine Lunch-Pause eingebaut. Das Chinesenfutter hat sich als eher ungeniesbar erwiesen und wir waren heilfroh, dass wir doch noch in weiser Voraussicht Obst eingekauft haben. Vielleicht hätten wir auch einfach nicht nur die Packungen kaufen sollen, die so lustig ausgeschaut haben, nachdem ja die Inhaltsangaben leider auf chinesisch waren. Dem Geschmack nach zu Urteilen, war da irgendwas mit frittierte Anchovies und irgendwelche Früchte, die wie Eier ausschauen und einfach nur grauslich geschmeckt haben, eingfärbte Zuckerwürfel, Waxberries mit Pflaumenwein-Aroma und eine Baumrinde mit Teryaki Geschmack. Schmatz... oder wohl eher: Würg. Die Übelkeit haben wir dann mit einem flotten Spaziergang zur Oper vertrieben. Zunächst mussten wirvaber mal in der Oper Zuflucht suchen vor dem Monsoon-Regenguss.

Das Sydney Opera house ist ein wirklich beeindruckendes Bauwerk... von weiter weg. Von der Nähe und von Innen ist es nur ein Betonhaufen, aber aufgrund des vorherrschenden Ostblockcharme-Beton-Stils in den 1970ern, nicht verwunderlich. Nach einem Kaffee am Circular Quay mit Ausblick auf die Oper (man gönnt sich ja sonst Nichts) gings dann weiter auf die Harbour Bridge. Der famous "Bridge-Climb" wurde wetterbedingt und vorallem kostenbedingt (200 Dollar) weg-rationalisiert. Die spinnen ja die Aussies! Ich zahl doch keine 200 Dollar damit ich auf so eine blöde Brücke rauf kralln kann. Da gibts ja nit mal einen Lift! Dafür bin ich aber dann brav die gefühlten 2000 Stufen zum Pylon Lookout raufgetrottet und hab dort ein paar Touristenstandard-Fotos gemacht. Komme mir langsam e wie ein fotowütiger Japaner vor. Die ganze Zeit renne ich mit dem blöden Ding durch die Gegend, damit ja alle daheim neidisch werden beim Anblick der Fotos. Ja liebe Leute, bitte honoriert mal an dieser Stelle meine Selbstlosigkeit :-P. Anyway... an dem Tag habe ich sicher 50 km per pedes zurückgelegt und bin dementsprechend wie ein Stein ins nervig quietschende Hostelbett gefallen.

Der Samstag hat wettertechnisch schon ein bisschen besser begonnen. An dieser Stelle eine kurze Wetterexkursion: In Brisbane würde ich das Wetter momentan als "spätsommerlich" bezeichnen. In Sydney als "Holla, der der Herbst ist da". Bunte Blätter auf den Bäumen und pulloverwetter Temperaturen + verdammter Herbstregen. Der alte rostige Regenschirm und ich sind seither gute Freunde. Ich nenne ihn liebevoll: "Drecksschirm", bevorzugt wenn er sich wieder mal bei der kleinsten Windböe aufstellt. Liebe Mama, bitte kauf das nächste Mal qualitativ hochwertige Regenschirme, die ich dann klauen kann. ;) Und ich mache nie mehr Witze über die lächerlich großen Aussie-Regenschrime. Die wissen schon, warum das Ding so groß wie ein Zelt ist. Ok, so viel zum Wetter.

Der erste Stop des Tages war ein Besuch am Darling Harbour und im dortigen Australian National Maritime Museum. Der kulturelle Input macht natürlich hungrig, weshalb dann zu Mittag der berühmte Sydney Fish Market angesteuert wurde. Dort habe ich mir dann mal herrliche Riesen-Prawns in Salzkruste gegönnt und die unglaubliche Auswahl an Meeresfrüchte bewundert. Da ist jeder Fischmarkt in Österreich wie die Spar  Fischabteilung im Vergleich dazu. Gestärkt habe ich mich dann auf die Manly ferry geschleppt und dort auf der Fahrt den schönen Ausblick genossen. Die Bucht von Sydney hat fast einen mediteranen Flair mit den ganzen kleinen Segelbooten und der felsigen Küste. Manly beach ist jedenfalls ein stereotyper Surfer-Strand und es waren auch wirklich nur Neoprenanzug-Haubentaucher-Surfer im Wasser unterwegs aufgrund der steifen Brise. Auf der Rückfahrt wollte ich dann Postkartenfotos von der Oper bei Nacht schießen und habe erkannt, dass meine Kamera kompletter Mist ist. Das kommt davon, wenn man an der falschen Stelle spart. Blödes Hofer-Krafl. *grrrr* Meinen Ärger habe ich dann im Luxus des Hostels sofort vergessen und bin sofort eingepennt.

Der letzte Tag war wie üblich wettertechnisch der schönste. Sydney hat sich gefreut mich wieder loszuwerden. Frechheit. Naja, dafür habe ich aber noch einen netten halben Tag im Sonnenschein genießen dürfen und ein bissi Shopping war dann auch noch drin in der Queen Victoria Mall und im "Strand". Tiger Airways hat mich dann mit nur einer halben Stunde Verspätung pünktlich nach Brisbane zurückgebracht, wo mich mein herrliches quietschfreies Riesenbett und mein eigenes Zimmer erwartet haben... Home sweet home! :)