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Montag, 2. Mai 2011

Once upon a time in Sydney...

Zusammenfassung meines Sydney Wochenendes: geil! Für alle, die es lieber etwas ausführlicher haben: Bitte, ihr habt es so gewollt:

Meine Reise hat am Donnerstag zeitig in der Früh um 5:30 begonnen. Da ich bekanntlicherweise ein echter Morgenmensch bin, frage ich mich, wie ich es in meiner zombie-artigen Auffassungsgabe überhaupt zum Flughafen geschafft habe. Aber irgendwie ist es mir dann doch gelungen. Nach einem kurzen Flug von nur einer Stunde (ist mir eher wie eine Busfahrt vorgekommen, nachdem ich ja eher 24 h lange Flüge gewöhnt bin...) mit der örtlichen Billig-Airline Tiger Airways mit nur einenhalb Stunden Verspätung in Sydney gelandet. Aber nachdem ich ja "Pulkovo-Airline" Standard genießen durfte (Insider wissen wovon ich schreibe, für alle anderen: http://de.wikipedia.org/wiki/Pulkovo_Airlines ;), bin ich ja zufrieden überhaupt angekommen zu sein. Tiger-Airways hat es zwar geschafft zwei Sitzreihen mehr als alle anderen Fluglinien in den Airbus380 reinzukriegen, aber immerhin sind die zierlichen Singapuresinnen (?) locker im Mittelgang durchgekommen (im Vergleich zu den Pulkovo Stewardessen, die allesamt den Charme und die Statur einer UDSSR Hammerwerferin haben :-P). 

Sydney hat mich dann gleich mal gebührend mit einem Regenguss begrüßt, der eine Tsunami Warnung verdient hätte. Aufgrund meiner unglaublich intensiven Recherchen im Voraus, habe ich dann vor Ort erkannt, dass mein Hostel in Chinatown liegt. Der Eingang war eine ominöse Tür mit einer Glocke daneben und einer Treppe in den ersten Stock. Für alle Leser, die sich gleich was Blödes denken (Ja Marko, du bist gemeint! :-P): es hat jedenfalls keine rote Laterne davor gehangen. Ist mir zumindest nicht aufgefallen. Ich habe dann gleich mal ein bisschen das Zentrum von Sydney erkundet. Die "Hauptstraße" ist die George Street , daneben die Elisabeth Street, gefolgt von der Ann Street Kreuzung Edward Street bla bla bla (aufgrund der Straßenbezeichnungen kann man eine leichte Affinität der Sydneydianer zu den britischen Royals erkennen). Der Abend wurde dann stilvoll in einem Irish-Pub bei sehr günstigem (!) Bier beendet. Leider war die Life-Musik da nur halb so gut wie das Bier. Hätten sie wenigstens was Irisches gespielt, aber nein, es musste ja irgendso ein Ö3-Hits Unsinn sein. Hat nur noch gefehlt, dass der Robert Kratky den Nachtflug eingeleitet hat. ;) Naja, habe dann im "Komfort-Hostel" im Vierbettzimmer mit Rony und zwei Franzosen/innen eine mehr oder weniger erholsame Nacht verbracht.

Morgenstund schmeckt ungesund... oder so ähnlich. Jedenfalls hat der Freitag schon früh begonnen. Die erste positive Überraschung des Tages war das gratis Frühstück im Hostel. Gestärkt mit einem echten australischen Gourmet-Frühstück (= toast, peanutbutter, jelly, cereals, instant coffee) konnte ich dann den Tag in Angriff nehmen. Mein erster Weg hat mich zum "Paddy's Market" geführt, der gleich neben dem Hostel ist. Dort findet man meine nette Auswahl an Obst und Gemüse sowie diverse Standln mtit garantiert echter Markenkleidung. Angefangen von D&G Shirts über Plüschkängurus bis hin zu Samurai-Schwertern war da wirklich alles zu finden. Meine Aufmerksamkeit hat aber der örtliche "Chinesen-Supermarkt" erregt. Dort habe ich mich auch gleich stilecht mit "Lunch" eingedeckt und mich auf den Weg zum Hyde Park gemacht (die Australier müssen auch wirklich alles klauen!). Die Beschreibung des unglaublich "tollen" Anzac-Memorials  im Hyde Park erspare ich der eifrigen Leserschaft an dieser Stelle. Vielleicht sollte die australische Regierung mal sowas wie: "Australia's next meaningful public holiday" veranstalten, bei dem bessere Feiertage gecastet werden. Naja, vielleicht habe ich auch einfach den Sinn nicht verstanden, den Tag der Invasion der australischen Truppen in Gallipoli (Türkei) im ersten Weltkrieg zu feiern. Zudem die da auch noch so richtig eins auf die Mütze bekommen haben. Irgendwie sind sie schon strange, die Australier. Ok, ich bitte die historische Ausschweife zu entschuldigen. Zurück zum Thema: Rosa Elefanten. Ach nein... Sydney. Zum Glück hat sich am Ende des Hyde Parks der Royal Botanic Garden befunden, der sich als wirklich sehenswert entpuppt hat.

Dort haben wir dann auch gleich im Rosengarten eine Lunch-Pause eingebaut. Das Chinesenfutter hat sich als eher ungeniesbar erwiesen und wir waren heilfroh, dass wir doch noch in weiser Voraussicht Obst eingekauft haben. Vielleicht hätten wir auch einfach nicht nur die Packungen kaufen sollen, die so lustig ausgeschaut haben, nachdem ja die Inhaltsangaben leider auf chinesisch waren. Dem Geschmack nach zu Urteilen, war da irgendwas mit frittierte Anchovies und irgendwelche Früchte, die wie Eier ausschauen und einfach nur grauslich geschmeckt haben, eingfärbte Zuckerwürfel, Waxberries mit Pflaumenwein-Aroma und eine Baumrinde mit Teryaki Geschmack. Schmatz... oder wohl eher: Würg. Die Übelkeit haben wir dann mit einem flotten Spaziergang zur Oper vertrieben. Zunächst mussten wirvaber mal in der Oper Zuflucht suchen vor dem Monsoon-Regenguss.

Das Sydney Opera house ist ein wirklich beeindruckendes Bauwerk... von weiter weg. Von der Nähe und von Innen ist es nur ein Betonhaufen, aber aufgrund des vorherrschenden Ostblockcharme-Beton-Stils in den 1970ern, nicht verwunderlich. Nach einem Kaffee am Circular Quay mit Ausblick auf die Oper (man gönnt sich ja sonst Nichts) gings dann weiter auf die Harbour Bridge. Der famous "Bridge-Climb" wurde wetterbedingt und vorallem kostenbedingt (200 Dollar) weg-rationalisiert. Die spinnen ja die Aussies! Ich zahl doch keine 200 Dollar damit ich auf so eine blöde Brücke rauf kralln kann. Da gibts ja nit mal einen Lift! Dafür bin ich aber dann brav die gefühlten 2000 Stufen zum Pylon Lookout raufgetrottet und hab dort ein paar Touristenstandard-Fotos gemacht. Komme mir langsam e wie ein fotowütiger Japaner vor. Die ganze Zeit renne ich mit dem blöden Ding durch die Gegend, damit ja alle daheim neidisch werden beim Anblick der Fotos. Ja liebe Leute, bitte honoriert mal an dieser Stelle meine Selbstlosigkeit :-P. Anyway... an dem Tag habe ich sicher 50 km per pedes zurückgelegt und bin dementsprechend wie ein Stein ins nervig quietschende Hostelbett gefallen.

Der Samstag hat wettertechnisch schon ein bisschen besser begonnen. An dieser Stelle eine kurze Wetterexkursion: In Brisbane würde ich das Wetter momentan als "spätsommerlich" bezeichnen. In Sydney als "Holla, der der Herbst ist da". Bunte Blätter auf den Bäumen und pulloverwetter Temperaturen + verdammter Herbstregen. Der alte rostige Regenschirm und ich sind seither gute Freunde. Ich nenne ihn liebevoll: "Drecksschirm", bevorzugt wenn er sich wieder mal bei der kleinsten Windböe aufstellt. Liebe Mama, bitte kauf das nächste Mal qualitativ hochwertige Regenschirme, die ich dann klauen kann. ;) Und ich mache nie mehr Witze über die lächerlich großen Aussie-Regenschrime. Die wissen schon, warum das Ding so groß wie ein Zelt ist. Ok, so viel zum Wetter.

Der erste Stop des Tages war ein Besuch am Darling Harbour und im dortigen Australian National Maritime Museum. Der kulturelle Input macht natürlich hungrig, weshalb dann zu Mittag der berühmte Sydney Fish Market angesteuert wurde. Dort habe ich mir dann mal herrliche Riesen-Prawns in Salzkruste gegönnt und die unglaubliche Auswahl an Meeresfrüchte bewundert. Da ist jeder Fischmarkt in Österreich wie die Spar  Fischabteilung im Vergleich dazu. Gestärkt habe ich mich dann auf die Manly ferry geschleppt und dort auf der Fahrt den schönen Ausblick genossen. Die Bucht von Sydney hat fast einen mediteranen Flair mit den ganzen kleinen Segelbooten und der felsigen Küste. Manly beach ist jedenfalls ein stereotyper Surfer-Strand und es waren auch wirklich nur Neoprenanzug-Haubentaucher-Surfer im Wasser unterwegs aufgrund der steifen Brise. Auf der Rückfahrt wollte ich dann Postkartenfotos von der Oper bei Nacht schießen und habe erkannt, dass meine Kamera kompletter Mist ist. Das kommt davon, wenn man an der falschen Stelle spart. Blödes Hofer-Krafl. *grrrr* Meinen Ärger habe ich dann im Luxus des Hostels sofort vergessen und bin sofort eingepennt.

Der letzte Tag war wie üblich wettertechnisch der schönste. Sydney hat sich gefreut mich wieder loszuwerden. Frechheit. Naja, dafür habe ich aber noch einen netten halben Tag im Sonnenschein genießen dürfen und ein bissi Shopping war dann auch noch drin in der Queen Victoria Mall und im "Strand". Tiger Airways hat mich dann mit nur einer halben Stunde Verspätung pünktlich nach Brisbane zurückgebracht, wo mich mein herrliches quietschfreies Riesenbett und mein eigenes Zimmer erwartet haben... Home sweet home! :)

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