Zur früher Stunde (7:45 am Ortszeit) war ein Treffen bei der Autovermietung in der Stadt angesetzt. Alle Expeditionsteilnehmer (Rony, Sandi, Juan und ich) haben es auch relativ rechtzeitig dorthin geschafft. Alle bis auf Thomas. Der hatte sich leider mit den Himmelsrichtungen vertan und ist mit einer dezenten Verspätung um 9 dort eingetroffen. Dann konnte es losgehen. Die erste Herausforderung war der Linksverkehr. Einer der leider weniger guten englischen Kolonial-Altlasten der Australier (sonst habe ich prinzipiell nichts gegen die Queen auf den Münzen oder Rugby und Kricket). Rony, der Fahrer unseres Vertrauens, hat es aber doch geschafft uns relativ sicher durch den Verkehr zu bringen. Die erste Station war Coulum Beach. Dort haben wir uns bei einer Runde „Limetten Boccia“ mit 100% natürlichen Kugeln aus lokalem Anbau (Limettenbaum neben der Straße) gleich mal sportlich betätigt. Nach dieser Anstrengung ging es dann weiter zum Sunshine Beach (ja eine Menge Sunshine in der Gegend), wo wir gleich ein Picknick am Strand zwecks Verpflegung unternommen haben. By the way… die Früchte in Australien sind ein Wahnsinn. Werde vermutlich niemals mehr Mangos, Ananas oder Melonen daheim essen können, weil die zum Kotzen schmecken, im Vergleich zu den richtig Reifen Früchten hier. Naja, das wird mich aber erst daheim beschäftigen.
Anyway, es ging weiter zum Noosa National Park. Da wir ja alle waschechte Touristen sind, wollten wir natürlich ein paar Koalas in freier Wildbahn besichtigen. „Top ausgestattet“ mit Bikini und Flipflops sind wir dann gleich mal durch den Urwald gelatscht. Zuerst am coast way zur Alexandria Bay, was ein wirklich schöner Strand mit meterhohen Wellen ist, wo außer uns KEIN Mensch war. Paradiesich. Nachdem in unserer Reisegruppe auch eine richtige Biologin vertreten war, mussten wir natürlich den Rückweg durch den Wald antreten. Dort hat sie auch ganz brav bei jedem Busch Station gemacht und sonstige Krabbeltiere (wääää) aus der Nähe betrachtet. Sandi ist dann prompt von einer der berühmten australischen „Stachelameisen“ (Bitte an alle Biologen die richtige Bezeichnung nachzuschlagen) gestochen worden. Laut ihren Angaben hat der Finger dann 3 Stunden pulsiert. Und die Moral von der Geschicht… Ich greif nur an was niedlich ist. ;)
Da es sich bei allen Expeditionsteilnehmern um Einser-Kandidaten in Geografie handelt, haben wir uns gleich mal so richtig verrannt. Den lokalen Hinweisschildern mit australischen Kilometerangaben ist auch nur bedingt zu trauen nachdem wir nach einem Schild mit der Aufschrift „Park headquarters 1.5 km“ sicher 5 km in die Richtung gerannt sind ohne dieses ominöse „Park headquarter“ gefunden zu haben. Man stelle sich folgendes Szenario vor: Eine Gruppe von Studenten im Urlaub verlaufen sich im Wald und finden nicht hinaus bis es dunkel ist. Plötzlich knackt es unheimlich im Gebüsch… Wen erinnert das an was? Kleiner Tipp: 90% der schlechten Horrorfilme beginnen mit diesem Szenario.
Alle die mich kennen, wissen, dass ich NIE herumnörgle oder anderweitig zipfig bin. Daher habe ich in bewährter Tradition alle Expeditionsteilnehmer mit Kommentaren wie „Ich will endlich raus aus dem verdammten Wald“ etc. regelmäßig aufgemuntert. Spätestens als es dunkel geworden ist, haben mich meine „Stahlseil-Nerven“ verlassen und ich bin in monotones Angstgejammere verfallen. Zum Glück hat unsere leicht Ameisen-lädierte Biologin beherzt den nächsten Stock ergriffen und a) durch Schläge auf den Boden die örtliche Schlangenpopulation vertrieben und b) durch Herumgefuchtel in der Luft die ortsansässigen Spinnen in Schach gehalten. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Sandi!
Wir sind dann doch noch irgendwie aus diesem verdammten Wald rausgekommen ohne von Anacondas oder Funnel Web Spiders attackiert worden zu sein. Dafür haben wir ausgesehen und gerochen wie nach einer 5 Tage Jungle-Expedition. Aufgrund der leichten Verspätung durch unseren ausgiebigen Waldspaziergang, mussten wir das Mietauto am Flughafen zurückgeben. Leider gehen um diese Zeit keine Trains oder öffentliche Busse von dort in die Stadt und wir mussten ein Taxi klar machen. Sind dann irgendwann um halb 12 in der Nacht im Hostel angekommen. Naja, vielleicht schaff ich es ja doch noch im nächsten halben Jahr zu lernen wo Norden ist auf der Südhalbkugel. ;)
Da ich ja NIE sowas wie einen Fotoapparat vergesse, habe ich leider keine Fotos von diesem Trip zur Hand. Ich bemühe mich aber die Fotos von den Anderen zu organisieren und dann an späterer Stelle nachzureichen. :)
Fotos von Noosa von Rony: https://picasaweb.google.com/106424291676814769009/NoosaNationalPark#